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Vom Konzern zur Selbstorganisation: Plötzlich entscheidet niemand mehr für mich

vor 10 Minuten
3 Min. Lesezeit

Keine Entscheidungen von oben, keine Freigabe aus dem Headquarter und niemand, der einem sagt, was als Nächstes zu tun ist. Klingt nach Freiheit? Ist es auch. Aber Selbstorganisation bringt Herausforderungen mit sich, auf die mich meine Zeit im Konzern nicht unbedingt vorbereitet hat. Ein persönlicher Einblick in meinen Wechsel zu Tantive.


Zwei Personen auf grünem Sofa im Gespräch; Mann mit Bart hört zu, Frau mit Brille gestikuliert, im Hintergrund weitere Leute.
Selbstorganisation lebt vom Austausch: Diana im Gespräch mit einem Crew Member beim Q-Meeting. Diskutieren, Perspektiven abgleichen und Entscheidungen treffen gehört bei Tantive zum Arbeitsalltag.

Als ich meine Karriere im Recruiting gestartet habe, hätte ich mir wahrscheinlich nicht vorstellen können, einmal bei einem Unternehmen zu arbeiten, das sich New Work und Selbstorganisation auf die Fahne schreibt. Heute bin ich sehr froh, genau hier gelandet zu sein.


Vom Konzern zu Tantive: Erst mal umdenken


In der Vergangenheit habe ich überwiegend in eher traditionell aufgestellten Unternehmen gearbeitet. Ich war es gewohnt, dass Entscheidungen „oben“ getroffen wurden und meine Aufgabe anschließend darin bestand, diese umzusetzen. Natürlich konnte ich auch dort Ideen einbringen, aber am Ende gab es meist eine klare Hierarchie und damit auch jemanden, der die Entscheidung getroffen hat.


In einem selbstorganisierten Umfeld funktioniert das anders.


Keine Freigabe aus dem Headquarter. Und jetzt?


Von Tag eins an konnte (und musste) ich mitentscheiden und mitgestalten. Mir gefällt ein bestehender Prozess nicht? Dann kann ich einen besseren vorschlagen und diesen verändern. Ein Tool ist zu teuer oder passt nicht mehr zu unseren Anforderungen? Dann analysieren wir den Markt, schauen uns Alternativen an, treffen eine Entscheidung und implementieren die neue Lösung.vKein komplexer Einkaufsprozess. Keine Freigabe aus einem Global Headquarter. Und kein Management-Board, das erst mit einer fancy PowerPoint-Präsentation überzeugt werden muss.


Viel Freiheit, aber wo ist meine To-do-Liste?


Das klingt erst einmal nach ziemlich viel Freiheit. Und das ist es auch. Aber Freiheit bedeutet eben auch Verantwortung. Denn Selbstorganisation heißt nicht, dass mir jemand morgens eine fertige To-do-Liste auf den Tisch legt. Themen fallen nicht einfach „vom Himmel“. Ich muss selbst erkennen, wo etwas verbessert werden kann, mich mit dem Thema auseinandersetzen und überlegen, wie eine mögliche Lösung aussehen könnte. Anschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe, mit Kollegen oder auch eigenständig in einen konkreten Plan übersetzt und in die Praxis umgesetzt.


Das war für mich wahrscheinlich die größte Umstellung. In einem klassischen Top-down-Umfeld muss ich mir häufig Gedanken darüber machen, wie ich eine Entscheidung umsetze. In einem selbstorganisierten Umfeld beginnt die Arbeit oft schon viel früher: Was sollten wir überhaupt tun? Warum sollten wir es tun? Und wie wollen wir es gemeinsam umsetzen? Das fordert deutlich mehr Eigeninitiative und manchmal auch mehr Geduld.


Selbstorganisation hat auch ihre anstrengenden Seiten


Denn natürlich hat Selbstorganisation nicht ausschließlich Vorteile. Manchmal kann eine gemeinsame oder demokratische Entscheidungsfindung mühsamer sein als ein simples: „Wir machen das jetzt so.“ Diskussionen brauchen Zeit, unterschiedliche Perspektiven müssen zusammengebracht und Entscheidungen gemeinsam getragen werden. Für mich persönlich ist dieser Aufwand trotzdem absolut lohnenswert.


Mehr Verantwortung. Aber auch mehr Einfluss.


Denn am Ende bekomme ich etwas, das ich in dieser Form vorher nicht kannte: echten Einfluss auf meinen eigenen Arbeitsplatz. Ich kann Prozesse nicht nur ausführen, sondern mitgestalten. Ich kann Tools nicht nur benutzen, sondern hinterfragen. Und ich kann Ideen nicht nur äußern, sondern gemeinsam mit anderen tatsächlich Realität werden lassen.

Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus meinem Wechsel mitgenommen habe:


Selbstorganisation bedeutet nicht weniger Arbeit oder weniger Entscheidungen. Im Gegenteil. Sie bedeutet, selbst Verantwortung für diese Entscheidungen zu übernehmen.

Und auch wenn das manchmal anstrengender ist als eine klare Ansage „von oben“, möchte ich diese Möglichkeit zur Mitgestaltung heute nicht mehr missen.

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